In der Zeit vom 16. bis zum 21. Juni 1953 kam es in 700 Städten und Gemeinden in der DDR zu Demonstrationen und Streiks. Die Menschen forderten unter anderem „Freie Wahlen“, „Nieder mit der SED“, „Freilassung aller politischen Häftlinge“, „Rücktritt der Regierung“, „Abzug der Besatzungstruppen“ und „Wiedervereinigung“.
Auslöser war die Ankündigung der SED-Führung, u.a. die Kollektivierung der Landwirtschaft zu beschleunigen und die zuvor verkündete Erhöhung der Arbeitsnormen nicht zurückzunehmen.
Die Zeitzeugen, die über den Volksaufstand berichten, waren zu dieser Zeit noch sehr jung. Sie waren zufällig, aus Neugier oder weil sie selbst etwas verändern wollten, in die Proteste geraten oder daran beteiligt. Ihre Hoffnungen wurden enttäuscht, als sowjetisches Militär den Aufstand niederschlug. DDR-weit wurden über 50 Menschen getötet, Hunderte verletzt und über 1.200 zu Haftstrafen verurteilt.
Die SED diffamierte den Aufstand als „faschistischen Putsch“.
Zeitzeugen zu diesem Thema
Dokumente zum Thema

Telegramm des Protestkomitees der Belegschaft der Bau-Union auf der Baustelle „Sonne“ in Freienhufen vom 17. Juni 1953 um 06.00 Uhr an die Regierung der DDR, Quelle: Bestand LAkD

Kurzinformation der Kreisleitung der SED in Jüterbog vom 23.06.1953 um 11.45 Uhr, Quelle: Brandenburgisches Landeshauptarchiv, Rep 930, Nr. 999004-005

Befehl des Militärkommandanten der Stadt Frankfurt-Oder Oberst Baikow zur Erklärung des Ausnahmezustands im Kreis und der Stadt Frankfurt (Oder) am 17. Juni 1953, Quelle: Brandenburgisches Landeshauptarchiv, Rep. 671_16. Nr. 49-004

Befehl des Militärkommandanten der Stadt Frankfurt-Oder Oberst Baikow zur Erklärung des Ausnahmezustands im Kreis und der Stadt Frankfurt (Oder) am 17. Juni 1953, Quelle: Brandenburgisches Landeshauptarchiv, Rep. 671_16. Nr. 49-004

Analyse über die Entstehung und Entwicklung der faschistischen Provokation im Bezirk Cottbus, ohne Datum jedoch nach dem 26. Juni 1953, Verfasser: mit großer Sicherheit SED-Bezirksleitung Cottbus, Quelle: Brandenburgisches Landeshauptarchiv, Rep. 930 Nr. 722